Neuanfang 1920

Offenbar hatte auch der Krieg die Britzinger nicht daran gehindert, hin und wieder gemeinsam Musik zu machen. So hatte sich beispielsweise der "Hirzeklub" gebildet, der im Gasthaus "Hirschen" - seit 1905 im Besitz der Familie Schumacher -  zusammenkam und von ihm seinen Namen erhielt. 1920 bildete dieser "Klub" auf Initiative von Ludwig Kurz den Grundstock für die Neuformierung des Musikvereins, der 1921 bereits aus 15 Musikern und dem Dirigenten Albert Möbius bestand (Bild unten). Einen Teil der Instrumente erwarb Ludwig Kurz auf eigene Rechnung. Hinzu kamen Instrumente des Musikvereins Stockmatt, deren Ankauf durch einen Zuschuss der Gemeinde möglich wurde.

Der Musikverein Britzingen im Jahr 1921 - obere Reihe (v.l.n.r.): Ermst Schöpflin, Fritz G. S. Träris, Otto Engler sen., Albert Kaltenbach, Wilhelm Zeller; mittlere Reihe (von der Tür an, stehend): Emil Zeller, August Dörflinger, Ernst Barth, Max Frey jun., Karl Engler; mittlere Reihe, sitzend: Albert Imgraben, Albert Träris, der Dirigent Albert Möbius, Hermann Imgraben; vorne (liegend): Ernst Grenacher, Ludwig Kurz

 

Mit der Wiederaufnahme seiner Aktivität gab sich der Verein auch gleich die ersten Statuten seiner Geschichte. Auf der entsprechenden Mitgliederversammlung wurde Ludwig Kurz zum 1. Vorsitzenden gewählt - auf dem Bild oben liegt er rechts vor der Gruppe auf dem Boden.

 

Der "Hirschen" blieb in diesen Jahren ein wichtiger Ort für den Musikverein. Von 1921 ist in den Unterlagen beispielsweise von einer Abendunterhaltung die Rede, die die Kapelle dort gegeben habe. Auch die Mitgliederversammlung dieses Jahres, auf der August Dörflinger II zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt und Ludwig Kurz zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde, scheint hier stattgefunden zu haben. Als Probenlokal allerdings wurde dem Musikverein 1922 das Krankenzimmer der Gemeinde zur Verfügung gestellt, zumindest als Notbehelf, bis ein geeigneterer Raum gefunden werde.

 

1921 wird Albert Möbius Dirigent des Musikvereins; das Honorar von 300 Reichsmark je Probenabend erschien zunächst recht hoch, verlor aber in der Zeit der deutschen Hyper-Inflation mit ihrem Höhepunkt 1923 schnell sehr stark an Wert.

In dieser Zeit - wohl 1922 - nimmt der Musikverein auch zum ersten Mal am Waldfest auf der Schwärze teil.

 

Es mag mit der Hyperinflation zu tun gehabt haben oder nicht, jedenfalls wechselten in den folgenden Jahren mehrere Male die Dirigenten. Erst als Hermann Schillinger aus Bad Krozingen 1925 den Dirigentenstab übernahm, kehrte wieder eine gewisse Ruhe ein, die sich nicht zuletzt musikalisch auswirkte: Im August des Jahres nahm die Kapelle am Preisspielen in Kirchzarten teil und erhielt in der Klasse C den Preis 1a! Und 1926 tritt der Musikverein, der nun 18 aktive und immerhin 120 fördernde Mitglieder zählt, dem Oberbadischen Musikverband bei.

 

Die 1930er Jahre waren naturgemäß eine Zeit großer Unruhe. Zwischenzeitlich verringerte sich die Zahl der Musiker. Nachdem 1931 Otto Engler sen. die Leitung des Vereins übernommen hatte, wuchs die Kapelle jedoch vorübergehend wieder, die Jungmusiker Hermann Götschin, Albert Engler, Gustaf Linsig und Ernst Jenny jun. verstärkten spürbar die Reihen. Die heraufziehende Krise ließ sich dennoch nicht abwenden, ablesbar ist dies bis heute an einem deutlichen Abnehmen der Probenhäufigkeit. In dieser Situation übernahm 1933 Fritz Träris den Vorsitz und versuchte, den Verein aus der Krise herauszuführen.

 

Mit der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 verändert sich das Leben in Deutschland gravierend. Schon unmittelbar nach der so genannten Machtergreifung wird der Alltag auch in den ländlichen Regionen maßgeblich durch die nationalsozialistische Diktatur geprägt. Fackelzüge, Gaukriegertage, nationale Erntedankfeiern und andere Veranstaltungen werden nun im neuen Geist begangen. Den Vereinen wird eine Umgestaltung im nationalsozialistischen Sinn aufoktroyiert, was sich u.a. in der Umbenennung der Ämter äußert: so wird der 1. Vorsitzende nun "Vereinsführer".

Der Musikverein 1934

Träris legt ein besonderes Augenmerk auf die Jugendausbildung des Musikvereins. Auf diese Weise gelingt es ihm, das Vereinsleben wieder neu aufblühen zu lassen. Dabei wirkt sich die zunehmende Militarisierung der deutschen Gesellschaft auf die Musikvereine in vielfältiger Weise aus, nicht zuletzt dadurch, dass das klassische Repertoire zunehmend verdrängt wird durch Parade-Märsche und nationalsozialistisches Liedgut. Mit dem Ausbruch des Kriegs kommen außerdem Trauermärsche hinzu, die nun immer häufiger gespielt werden müssen.

 

Die zunehmenden Einberufungen der Männer aus Britzingen und unmittelbar nach dem Krieg die Auflagen der Besatzungsmächte bringen das Vereinsleben schließlich erneut zum Erliegen.

 

 

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 -Aktuelles-

 

Wir spielen wieder!!!

 

Serenadenkonzert: 19. Juli

Schwärze-Fest: 25. Juli
 

 

  Unsere Probenarbeit:

 

Montags um 20 Uhr

Probe der Gesamtkapelle

 

Montags um 18.30 Uhr

Probe der Jugendkapelle

- derzeit noch ausgesetzt -

 

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